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Innere Ruhe in stürmischen Zeiten: Warum sie nicht wartet, bis der Sturm vorbei ist

 

Dein Kalender ist voll. Deine To Do Liste wächst schneller, als du abhaken kannst. Und irgendwo dazwischen sitzt du und denkst: Ich müsste doch eigentlich ruhiger sein können.

Kennst du das?

Gerade wenn draußen alles stürmt, Kundenanfragen, Rechnungen, ein Projekt das kippt, eine Entscheidung die ansteht, wird von uns erwartet, dass wir einen kühlen Kopf bewahren. Am besten noch lächelnd. Als Unternehmerin. Als Mutter. Als die, die alles im Griff hat.

Genau das ist das Tückische an innerer Ruhe in stürmischen Zeiten. Sie fühlt sich an wie ein Widerspruch in sich. Wie soll ich ruhig sein, wenn in mir alles schreit?

Wenn du das kennst, bist du nicht allein. Und mit dir stimmt auch nichts nicht. Es gibt einen Grund, warum Ruhe gerade so schwer zu finden ist. Lass uns ihn gemeinsam anschauen.

Das erwartet dich in diesem Artikel:

Warum du in stressigen Phasen als Erstes dich selbst verlierst

Wenn es hektisch wird, passiert bei sensiblen Menschen etwas Bestimmtes. Wir spüren nicht nur unseren eigenen Stress. Wir spüren auch den der anderen. Die Anspannung im Team. Die Erwartung der Kundin. Die unausgesprochene Unsicherheit im Raum.

Das ist kein Zufall und keine Überempfindlichkeit. Laut Elaine Aron, die das Konzept der Hochsensibilität in den 1990er Jahren wissenschaftlich beschrieben hat, verfügen etwa 15 bis 20 Prozent der Menschen über ein Nervensystem, das Reize besonders gründlich verarbeitet. Mehr Tiefe, mehr Empathie, aber eben auch schneller mehr Reize gleichzeitig.

Das alles nehmen wir auf, oft ohne es zu merken. Und weil wir es so gut können, andere zu lesen und mitzufühlen, vergessen wir dabei eine Frage: Was brauche eigentlich ich gerade?

Genau da beginnt der Verlust der inneren Ruhe. Nicht im Sturm selbst, sondern darin, dass wir aufhören, uns selbst zuzuhören.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Früher habe ich in stressigen Wochen einfach weitergemacht. Funktioniert. Organisiert. Gelächelt. Bis mein Körper mir irgendwann ziemlich unmissverständlich klar gemacht hat, dass das kein Weg ist, der trägt. Er hat einfach nicht mehr mitgemacht. Erst da habe ich verstanden, dass Ruhe kein Belohnungssystem für später ist, sondern etwas, das ich mir mitten im Sturm erlauben darf.

Warum innere Ruhe im Nervensystem beginnt, nicht im Kalender

Viele versuchen es zuerst mit Organisation. Noch ein Kalendertool. Noch eine Struktur. Noch eine To Do Liste, die alles ordnet.

Das kann helfen. Aber es reicht nicht, wenn dein Nervensystem im Alarmmodus ist. Denn dann ist es völlig egal, wie gut dein Plan aussieht. Dein Körper glaubt gerade, es geht ums Überleben. Und ein überlebender Körper lässt sich von keiner noch so guten To Do Liste beruhigen.

Innere Ruhe in stürmischen Zeiten ist deshalb zuerst eine körperliche Aufgabe, keine mentale. Es geht darum, deinem Nervensystem zu zeigen: Wir sind sicher. Auch wenn gerade nicht alles perfekt läuft.

Das ist keine Wohlfühlbehauptung, sondern messbar. Langsames, bewusstes Atmen senkt den Cortisolspiegel um bis zu 20 Prozent, weil das Ausatmen den Vagusnerv aktiviert und damit den Teil deines Nervensystems, der für Erholung zuständig ist. Du brauchst dafür keine Stunde Meditation. Ein bewusster Atemzug reicht schon, bevor du eine schwierige E Mail öffnest. Ein kurzer Moment an der frischen Luft zwischen zwei Terminen. Die Hand auf die Brust legen und einmal wirklich spüren, dass du gerade hier bist, und nicht in der Zukunft, die noch gar nicht passiert ist.

Klein, ja. Aber wirksam, weil es genau da ansetzt, wo der Stress zuerst entsteht. Nicht im Kopf, sondern im Körper.

Was wirklich hinter der Unruhe steckt

Wenn wir ehrlich sind, geht es selten nur um den vollen Kalender. Es geht um die Geschichte, die wir uns dabei erzählen.

Wenn ich jetzt nicht funktioniere, verliere ich alles, wofür ich gearbeitet habe.
Wenn ich eine Pause mache, bin ich nicht professionell genug.
Wenn ich Ruhe brauche, stimmt etwas nicht mit mir.

Diese Sätze laufen oft im Hintergrund, leise, aber wirkungsvoll. Sie stammen selten aus der aktuellen Situation. Sie stammen aus alten Mustern. Aus der Zeit, in der du gelernt hast, dass dein Wert davon abhängt, wie viel du leistest.

Das ist kein Randphänomen. Eine Längsschnittstudie mit über 2.000 Berufstätigen zeigt, dass ein leistungsabhängiger Selbstwert der stärkste Vorhersagewert für Burnout ist. Wer seinen Wert über Leistung definiert, investiert übermäßig viel Energie in die Arbeit und erhöht damit genau das Risiko, vor dem er sich eigentlich schützen wollte.

Deshalb ist innere Ruhe auch immer eine Frage des Selbstwerts. Wer glaubt, nur durch Leistung sicher zu sein, kann in der Krise schwer loslassen. Der Sturm wird dann nicht nur äußerlich erlebt, er wird zur Bestätigung der eigenen Angst, nicht zu genügen. Und genau das macht ihn so anstrengend.

Was du jetzt tun kannst, wenn der Sturm nicht aufhört

Der erste Schritt ist nicht, den Sturm zu stoppen. Das kannst du oft nicht. Aufträge, Kundinnen, das Leben, sie halten sich nicht an deinen Plan.

Der erste Schritt ist, deine Reaktion auf den Sturm zu verändern.

Frag dich mehrmals am Tag: Was brauche ich gerade wirklich? Nicht was die To Do Liste verlangt. Was du brauchst.

Baue kleine Ruheinseln ein, bevor du sie brauchst, nicht erst wenn du am Limit bist. Fünf Minuten am Morgen, in denen noch nichts von dir verlangt wird. Eine bewusste Pause zwischen zwei Meetings, auch wenn der Kalender das nicht vorgesehen hat. Ein Abend in der Woche, der wirklich dir gehört, und den du genauso ernst nimmst wie einen Kundentermin.

Und schau dir die Sätze an, die in stressigen Momenten in dir laufen. Woher kommen sie? Stimmen sie überhaupt noch? Oft merkst du dann: Das war die Stimme von früher, nicht die Wahrheit von heute.

Innere Ruhe wächst nicht über Nacht. Sie ist ein Muskel, den du trainierst, jeden Tag ein bisschen mehr. Und je öfter du ihn trainierst, desto schneller findest du zurück zu dir, auch mitten im Sturm.

Fazit

Innere Ruhe in stürmischen Zeiten ist kein Zustand, der sich einstellt, wenn endlich alles ruhiger wird. Sie ist etwas, das du dir mitten im Trubel erlaubst, ein Atemzug, eine Pause, eine ehrliche Frage nach dem, was du gerade brauchst. Der Sturm hört davon vielleicht nicht auf. Aber du verlierst dich nicht mehr in ihm.

Wenn du in stürmischen Zeiten wieder zu dir zurückfinden willst:

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Häufig gestellte Fragen

Wie finde ich innere Ruhe, wenn im Business gerade alles gleichzeitig passiert?
Fang nicht bei der Organisation an, sondern bei deinem Nervensystem. Kurze bewusste Pausen zwischen den Aufgaben wirken oft mehr als ein perfekter Plan.

Ist innere Ruhe für hochsensible Unternehmerinnen überhaupt realistisch?
Ja, aber sie sieht anders aus als bei anderen. Es geht nicht darum, nichts mehr zu fühlen, sondern zu lernen, mit dem, was du fühlst, sicher umzugehen.

Warum verliere ich in stressigen Zeiten so schnell den Kontakt zu mir selbst?
Weil du in solchen Momenten automatisch auf die Bedürfnisse anderer schaust, oft bevor du deine eigenen überhaupt wahrgenommen hast. Das lässt sich verändern, Schritt für Schritt.

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